Service-Standardisierung und Prototyping für industrienahe Dienstleistungen

Ein praxiserprobtes Rahmenwerk zur strukturierten Erfassung, Standardisierung und Neuentwicklung industrienaher Dienstleistungen

👤 Isger Glauninger 🏛️ Institut für Produkt- und Service-Engineering 📍 Hochschule Furtwangen 📅 Mai 2026

Zusammenfassung

Industrienahe Dienstleistungen sind für produzierende Unternehmen ein wachsender Wettbewerbsfaktor – und zugleich ein strukturell vernachlässigter Bereich. Während Produkte über Datenblätter, Stücklisten und standardisierte Entwicklungsprozesse verfügen, werden technische Services in der Praxis häufig ad hoc erbracht.

Das vorliegende Whitepaper stellt ein praxiserprobtes Rahmenwerk vor, das diese Lücke schließt. Es basiert auf dem Konzept des Multidimensionalen Service Prototyping (Van Husen & Ovtcharova, 2020) und erfasst Dienstleistungen in vier Dimensionen: Prozesse, Akteure, Artefakte und Umgebungen.

Das Rahmenwerk bietet zwei aufeinander aufbauende Anwendungsmodi:

  • Modus A – Standardisierung: Implizites Servicewissen wird in ein strukturiertes, dokumentiertes Modell überführt.
  • Modus B – Prototyping: Neue Dienstleistungen werden systematisch durch Rekombination bestehender Bausteine entwickelt.

Kapitelstruktur

1
Einleitung und Problemstellung
Servitization, Service Paradox, zwei ungelöste Probleme in der Praxis
2
Theoretische Fundierung
Service Engineering, Wissens-Externalisierung, Multidimensionales Service Prototyping, Methodenvergleich
3
Das Rahmenwerk: Vier Dimensionen und drei Reifegrade Kernkapitel
Prozesse · Akteure · Artefakte · Umgebungen · Dimensionsmatrix
4
Anwendungsmodus A: Service-Standardisierung → RG1
7-Schritte-Prozess, Praxisbeispiel Wartungsdienstleistung
Interaktiv ausprobieren
5
Anwendungsmodus B: Service-Prototyping → RG1
5-Schritte-Prozess, Praxisbeispiel Remote-Wartung, Variantenbildung
Interaktiv ausprobieren
6
Validierung: Pilotworkshops
4 Workshops, Maschinenbau/Anlagenbau/Medizintechnik, Baden-Württemberg
7
Limitationen
Stichprobenumfang, formative Evaluation, Langzeitperspektive
8
Ausblick: Semantische Modellierung – Reifegrad 3 → RG3
SDO, SPARQL, OWL-Reasoning, KI-Integration
Plattform erkunden
9
Wirtschaftlicher Nutzen und Anwendungsempfehlung
Wirkungshebel, Drei-Phasen-Modell, schrittweiser Einstieg

Kernreferenzen

  • Van Husen, C., & Ovtcharova, J. (2020). Multidimensionales Service Prototyping. Springer.
  • Glauninger, I., & van Husen, C. (2025). Formalizing service knowledge for PSS design: A structured ontological approach (SDO). Procedia CIRP.
  • Glauninger, I., & van Husen, C. (2026). Interactive semantic modeling. Procedia CIRP.
  • Edvardsson, B. et al. (2013). Having a strategy for new service development – does it really matter? Journal of Service Management, 24(1).
  • Nonaka, I., & Takeuchi, H. (1995). The knowledge-creating company. Oxford University Press.

🔗 Diese Plattform und das Whitepaper

Die Service-Ontology-Plattform ist die digitale Begleitpublikation zum Whitepaper. Sie stellt alle im Whitepaper beschriebenen Funktionalitäten interaktiv bereit:

Kapitel 4 (Modus A) 7-Schritte-Workshop
Kapitel 5 (Modus B) 5-Schritte-Workshop
Reifegrad 2 Digitale Bibliothek
Kapitel 8 (Reifegrad 3) Semantische Modellierung